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Die Prophylaxe

Empfehlenswerte Maßnahmen für die Mundgesundheit


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(basierend auf einem Artikel von Dr. H. Petzold, Prophylaxereferentin der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt)

Schnellzugriff:
 während der Schwangerschaft
 im ersten bis dritten Lebensjahr
 vom vierten bis sechsten Lebensjahr
 ab dem Schulalter


Maßnahmen während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen sollten im eigenen und im Interesse des heranwachsenden Kindes Vorsorge treffen, wozu gehören:
  • eingehende zahnärztliche Untersuchung ungefähr im vierten Schwangerschaftsmonat mit Beratung über Mundhygiene und Ernährung der werdenden Mutter sowie über die Gefahr der frühen Infektion der kindlichen Mundhöhle mit Karieserregern


  • prophylaktische Maßnahmen am Gebiss der Mutter (professionelle Zahnreinigung, Sanierung kariöser Defekte)
Bei Bedarf ist eine erneute Beratung im 8. Schwangerschaftsmonat empfehlenswert.


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Maßnahmen im ersten bis dritten Lebensjahr

Für alle Prophylaxe-Maßnahmen sollten Eintragungen im sogenannten Zahngesundheitspass vorgenommen werden, der entweder in den Entbindungskliniken oder bei der Schuluntersuchung übergeben wird. Die Eltern sollten bereits im ersten Lebensjahr mit dem Kind zum Zahnarzt gehen, um sich informieren zu lassen. Die Eltern werden über die Bevorzugung der lokalen Fluoridanwendung (Zahnpaste in Kombination mit der Speisesalzfluoridierung) gegenüber der Tablettenfluoridierung aufgeklärt. Dies entspricht der neuesten Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Zahn/Mund/Kieferheilkunde und europäischer Fachgremien.

Mit Beginn der Zahnung soll das zweimalige tägliche Zähneputzen mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpaste (maximal 500 ppm Fluorid) durch die Eltern initiiert und überwacht werden. Gleichzeitig soll fluoridiertes Speisesalz verwendet werden. Die Fluorid-Gabe mit Tabletten stellt eine auslaufende Maßnahme dar. Die empfohlene Tagesdosis darf dabei nicht überschritten werden. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass auch Sojanahrung, hypoallergene Nahrungsmittel, bilanzierte Diäten, Mineralwässer zur Herstellung von Säuglingsnahrung und eventuell auch andere fluoridhaltige Nahrungsmittel zur täglichen Fluoridaufnahme beitragen. Daher sollte immer eine individuelle Fluoridanamnese erhoben werden. Der Fluoridgehalt des lokalen Trinkwassers ist vom zuständigen Wasserwerk oder Gesundheitsamt zu erfahren.

Dosierung von Fluoridtabletten
(gemäß DGZMK-Stellungnahme, 7/98), wenn keine Salzfluoridierung erfolgt
Alter Fluoridkonzentration im Trinkwasser (Mineralwasser) mg/l
< 0,3 0,3 - 0,7 > 0,7
0 bis 6 Monate - - -
6 bis 12 Monate 0,25 - -
1 bis < 3 Jahre 0,25 - -
3 bis < 6 Jahre 0,50 0,25 -
über 6 Jahre 1,0 0,5 -


Zu empfehlen ist die Verwendung zweckmäßiger Sauger (z.B. NUCK) und die kontrollierte Gabe der Nuckelflasche (kein Dauergebrauch!). Darüber hinaus gibt es aus der wissenschaftlichen Literatur Anhaltspunkte für eine Übertragung kariesfördernder Keime durch Speichelkontakt aus den Mündern der Erwachsenen in die kindliche Mundhöhle, was zu einem erhöhten Kariesbefall im Milchgebiss führt. Daher ist den Eltern davon abzuraten, Nahrung vorzukauen, den Löffel abzulecken oder das Kind intensiv auf den Mund zu küssen, insbesondere dann, wenn die Eltern selbst unbehandelte Zahnschäden aufweisen.

Der Ernährungsweise der Kinder in den ersten Lebensjahren kommt eine zentrale Bedeutung zu. In der Checkliste (Zahngesundheits-Pass) sind dazu einige Punkte aufgeführt, die nach Auffassung der Experten realistisch und zweckmäßig sind. Insbesondere die unkontrollierte Gabe der Nuckelflasche mit gesüßten Getränken aller Art stellt ein hohes Risiko für das Kind dar (Gefahr des Nursing-Bottle-Syndroms). Für die Umstellung der Trinkgewohnheiten im zweiten Lebensjahr gibt es im Handel Lerntassen. Das Zähneputzen sollte mit einer geeigneten Kinderzahnbürste und -Zahnpaste (erbsengroße Menge) vom Kind unter Hilfestellung der Eltern in diesem Zeitraum gelernt werden. Ein dreijähriges Kind sollte selbständig die Kauflächen durch horizontales Schrubben und die Außenflächen durch Rotationsbewegungen reinigen können.

Folge des verlängerten Nuckelns am Sauger oder Finger ist bspw. der lutschoffene Biss, es gibt Alternativen zum Nuckel (z. B. Mundvorhofplatten). Der Zahnarzt muss auf Anomalien der Zahnform, der Zahnzahl und Abweichungen in den Durchbruchszeiten, Mineralisationsstörungen und kariöse Entkalkungen achten, wobei letztere ein Alarmzeichen darstellen. Die Karies im frühen Milchgebiss ist therapeutisch immer ein Problem und muss daher so früh wie möglich erkannt (solange es sich noch um kleine Kavitäten ohne Pulpabeteiligung handelt) und konsequent behandelt werden.


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Maßnahmen vom vierten bis sechsten Lebensjahr

Das Zähneputzen sollte vom Kind selbständig ausgeführt werden können. Zur Einschulung sollte ein Kind alle Zahnflächen mit der Bürste reinigen können. Solange ein Kind den Mund nicht ausspülen kann, sollten keine hochkonzentrierten Fluoridpräparate (Elmex Gelee) zum Putzen verwendet werden, sondern nur Kinderzahnpaste.

Bei Fehlstellungen ist in den meisten Fällen ein Kieferorthopäde zu befragen. Der Hauszahnarzt wird eine Überweisung ausstellen. Alle kariösen Defekte im Milchgebiss, insbesondere im Seitenzahngebiet, müssen behandelt zuerden (Füllungen, geeignete endodontische Maßnahmen für wichtige Milchmolaren). Das Belassen unversorgter Milchzähne führt zur einer erhöhten kariogenen Keimbelastung in der kindlichen Mundhöhle und ist grundsätzlich zu vermeiden; nicht erhaltungswürdige Milchzähne sollten daher entfernt werden. Wichtig ist außerdem, dass das Kind ungehindert durch die Nase atmen kann - im Zweifelsfall bitte den HNO-Arzt konsultieren.


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Maßnahmen ab dem Schulalter

Bitte den Zahngesundheits-Pass immer vorlegen und die Fluoridierungsmaßnahmen regelmäßig vornehmen und eintragen lassen. Wichtig für die Gebissentwicklung ist die Erhaltung der kieferorthopädischen Stützzonen, die Versorgung kariöser Defekte an Milchzähnen bzw. Extraktion nicht erhaltungswürdiger Milchzähne und Ersatz durch Lückenhalter für die 6-Jahr-Molaren. Die Fissurenversiegelung stellt einen sinnvollen Schutzmechanismus dar.

Mit dem Eintritt des Kindes in die zweite Wechselgebissphase ist der günstigste Zeitpunkt für die meisten kieferorthopädischen Korrekturen erreicht. Die im Rahmen der Gruppenprophylaxe (Kindergarten/Schule) erfolgten Fluoridierungsmaßnahmen sollen mit denen, die in der Praxis zum Einsatz kommen, sinnvoll kombiniert werden.

Mit dem Erreichen des zwölften Lebensjahres erfolgt wie bisher die Ausstellung des Bonusheftes.



© Zahnarzt Dr. Nikolas Otto.
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